Unterhalt für arbeitslose Kinder - Kindesunterhalt bei Arbeitslosigkeit

Arbeitslosigkeit ist eine große Belastung für jede Familie. Eine besondere Last tragen natürlich arbeitslose Jugendliche, denn sie brauchen Perspektiven, brauchen Bestätigung und Führung, die sie zu einem großen Teil im Berufsleben finden könnten. Aus diesem Grund haben Maßnahmen, die Jugendliche in Lohn und Brot bringen, besondere Dringlichkeit. Daher können arbeitslose Kinder durchaus Unterhalt von ihren Eltern verlangen, um sich darauf zu konzentrieren,  so schnell wie möglich aus der Arbeitslosigkeit zu begeben.

Grundsätzlich hat jedes Kind Anspruch auf Unterhalt während einer Erstausbildung. Erst nach ihrem Abschluss erlischt der Unterhaltsanspruch, da das Kind dann in der Lage ist, adäquat für den eigenen Lebensunterhalt zu sorgen. Auch auf dem Weg vom Abitur über die Lehre zu einem sinnverwandten Studium bleibt den Unterhaltsanspruch erhalten. Fehlt ein inhaltlicher Zusammenhang von Lehre und Studium erlischt der Unterhaltsanspruch jedoch.

Immer häufiger werden Jugendliche zwischen Schule und Ausbildung zumindest für kurze Zeit arbeitslos. Wer keinen Ausbildungsplatz und auch keine kurzfristige Tätigkeit zur Überbrückung des finanziellen Engpasses findet, beantragt deshalb Arbeitslosengeld bei der Arbeitsagentur. Die Agentur wird daraufhin, wenn das Kind arbeitslos gemeldet ist, das Einkommen bzw. Vermögen der Eltern erfragen, da Eltern gegenüber ihren Kindern über die Volljährigkeit hinaus zu Unterhalt verpflichtet sind. Wer in diesem Fall tatsächlich für den Lebensunterhalt aufkommen muss, hängt von der individuellen Situation ab.

Volljährige Kinder unterliegen, wie jeder Erwachsene, der so genannten Erwerbsobliegenheit. Ein volljähriges Kind muss für seinen Unterhalt selbst aufkommen und dazu auch berufsfremde und einfachste Tätigkeiten annehmen. Ist die Arbeitslosigkeit von längerer Dauer, wird auch ein Ortswechsel als zumutbar erachtet.

Ein volljähriges arbeitsloses Kind, dass einen elterlichen Unterhaltsanspruch erwirken möchte, muss nachweisen, sich auch über regionale Grenzen hinaus um Arbeit bemüht zu haben. Erst wenn solche Bemühungen, aus der Arbeitslosigkeit heraus zu kommen wirklich nicht fruchten, bundesweite Bewerbungen keinen Erfolg bringen, können die Eltern zum Unterhalt für das arbeitslose Kind verpflichtet werden. In diesem Fall muss die Sozialbehörde ausführen, ob alles Mögliche getan wurde, um nicht mehr arbeitslos zu sein.

Eine Unterhaltsverpflichtung besteht grundsätzlich für eine Überbrückungszeit zwischen Schule und Ausbildung, die nicht länger als vier Monate währen darf. Größere Wartezeiten zur Aufnahme einer Ausbildung oder eines Studiums muss das volljährige Kind durch Erwerbstätigkeit selbstständig überbrücken. Mit steigendem Alter wachsen die Ansprüche an das Kind, zum Unterhalt beizutragen oder ihn voll selbstständig zu decken. Unterhalt für Volljährige ist eine nur in Deutschland gängige Praxis. In anderen europäischen Ländern hat ein volljähriger Mensch keinen Unterhaltsanspruch.