Bedarfskontrollbetrag in der Düsseldorfer Tabelle

Die Düsseldorfer Tabelle bezeichnet eine Rubrik als Bedarfskontrollbetrag. Diese Beträge sind nicht mit dem Selbstbehalt (Eigenbedarf) zu verwechseln. Diese Rubrik befindet sich in der Düsseldorfer Tabelle am Ende einer jeden Einkommensgruppe. Das Prinzip dieses Betrages ist einfach: Wer mehr Einkommen hat, soll auch gerechter weise mehr für sich behalten können.

Der Bedarfskontrollbetrag soll lediglich eine Übersicht darüber verschaffen, ob und inwieweit eine gleichmäßige Einkommensverteilung zwischen dem Unterhaltspflichtigen und den Unterhaltsberechtigten gewährleistet ist. Dadurch soll vermieden werden, dass letztendlich der Unterhaltspflichtige finanziell schlechter gestellt ist als einer oder mehrere Unterhaltsberechtigten. Im Grunde dient dieser Wert der Vorsorge einer Ungleichbehandlung, da ansonsten in manchen Fällen der Unterhaltsberechtigte nach Erhalt des Unterhalts finanziell besser dastehen würde als der Unterhaltspflichtige selbst.

Bedarfskontrollbetrag

Abstufung bei Unterschreitung des Bedarfskontrollbetrages

Für den Fall, dass der Bedarfskontrollbetrag unterschritten werden sollte, d.h. nach Abzug sämtlicher zu leistender Unterhaltsbeträge ist das rechnerisch dem Unterhaltsverpflichteten verbleibende „Resteinkommen“ geringer als der sich aus der Düsseldorfer Tabelle ergebende Bedarfskontrollbetrag, so ist es gerechtfertigt den Unterhaltspflichtigen in die nächst niedrigere Einkommensgruppe einzustufen (somit die Unterhaltsbeträge der Unterhaltsberechtigten entsprechend zu ermäßigen) und zwar so lange wie der Bedarfskontrollbetrag nicht mehr unterschritten wird. Es können also auch durchaus mehrere Abstufungen in die Einkommensgruppen erfolgen.

Kein Bedarfskontrollbetrag beim Mindestunterhalt

Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass es im Rahmen des Mindestunterhaltes, der sich aus der ersten Einkommensgruppe für alle 4 Altersstufen ergibt, keinen Bedarfskontrollbetrag gibt. Hier ist der reine Selbstbehalt maßgeblich.