Eltern eines unverheirateten Kindes können in der Regel frei entscheiden, wie sie für den Unterhalt des Kindes aufkommen (§ 1612 I 1, III BGB). Gemeinhin unterscheidet man hierbei zwischen Bar- und Naturalunterhalt.

Barunterhalt

Nach Maßgabe des § 1612 BGB ist zur Deckung des laufenden Lebensbedarfs der Unterhalt in Form einer monatlich im Voraus zu zahlenden Geldrente (sogenannter Barunterhalt) zu gewähren. Der Barunterhalt wird vor allem dann gezahlt, wenn das Kind nicht beim Unterhaltspflichtigen lebt. Ist das Kind minderjährig und die Eltern sind getrennt, wird der Barunterhalt an den Elternteil gezahlt, bei dem das Kind lebt.

Naturalunterhalt

Der Naturalunterhalt wird nicht in Bargeld ausgezahlt, sondern in sogenannten Naturalleistungen. Diese Form des Unterhalts wird regelmäßig von Eltern gewährt, die mit ihrem Kind zusammenleben. Die Eltern stellen ihrem Kind statt Bargeldauszahlungen Unterkunft, Kleidung, Essen, Möbel, Spielzeug etc. und ggf. Taschengeld zur Verfügung.

Kommt es zu einer Scheidung der Eltern und das Kind ist minderjährig, ist weiterhin der Elternteil zu Naturalunterhalt verpflichtet, bei dem das Kind lebt. Der andere Elternteil wird zu Barunterhaltszahlungen verpflichtet.

Verpflichtung zum Sonderbedarf

Unter Umständen kann der Unterhaltspflichtige auch über den Barunterhalt hinaus zur Zahlung von sogenanntem Sonderbedarf verpflichtet werden (§ 1613 II BGB). Unter Sonderbedarf versteht man allgemein die Kosten für den Anfall eines unregelmäßigen und außergewöhnlich hohen Lebensbedarfs. Darunter fallen beispielsweise Kosten für eine Schulklassenfahrt, Schuldbedarf, Operationskosten etc.

Nicht unter Sonderbedarf fallen die Kosten, die zwar hoch sind, aber regelmäßig anfallen. Diese Kosten sind durch den laufenden Barunterhalt abzudecken. Beim Sonderbedarf geht es ausschließlich um unregelmäßig hohe Kosten

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