Wenn sich zwei Eheleute scheiden lassen, müssen Hab und Gut aufgeteilt werden. Hat das Ehepaar Kinder, müssen Vereinbarungen bzgl. des Sorgerechts und Umgangs getroffen werden. Doch was wird aus den gemeinsamen Haustieren der Scheidungswilligen?

Haustiere sind Hausrat

Haustierbesitzer sehen ihre vierbeinigen Freunde häufig als Mitglieder der Familie an. Aus diesem Grund fällt es vielen Menschen sehr schwer, wenn ein Hund oder eine Katze verstirbt. Das Familienrecht bietet jedoch wenig Raum für emotionale Bindungen. Ein Tier gehört aus rechtlicher Sicht zum Hausrat. Im Falle einer Scheidung wird der gemeinsame Hausrat eines Paares aufgeteilt: „Haushaltsgegenstände, die den Ehegatten gemeinsam gehören, werden zwischen ihnen nach den Grundsätzen der Billigkeit verteilt“ (§ 1361a Abs. 2 BGB).

Wer entscheidet, wer den Hund bekommt?

Bis zum Scheidungstermin sollten die Ehepartner alle gemeinsamen Besitztümer im Rahmen der Haushaltsteilung einander gleichmäßig aufgeteilt haben. Kann ein Ehepartner belegen, dass er Alleinbesitzer eines Gegenstandes oder auch eines Haustieres ist, wird der Gegenstand oder das Tier nicht mit in die Hausratsliste aufgenommen – der Ehegatte muss also nicht teilen (§ 1568b BGB).

Der Nachweis über Alleineigentum besteht vor allem dann, wenn das Haustier mit in die Ehe gebracht wurde. Wurde das Tier gemeinsam während der Ehe erworben, kann ein Beweis über die alleinige Pflege ausreichen, um einem Ehegatten das Tier als Alleineigentümer zuzusprechen (Zahlungsnachweise über Futter, Hundesteuer, Haustierzubehör etc.).

Sorgerecht für einen Hund?

Da sich ein Haustier nicht einfach aufteilen lässt, stellt sich die Frage, ob es für Tiere so etwas wie ein geteiltes Sorgerecht gibt. Rein Rechtlich gibt es hierfür jedoch keine Grundlage. Im Streitfall spricht das Gericht einem der Ehepartner das Tier zu, wonach dieser dann alleiniger Besitzer ist.

Erhält einer der Ehepartner das Tier, kann dem anderen Ehegatten vom Gericht im Gegenzug ein größerer Anteil der verbliebenen Sachleistungen zugesprochen werden. Auf diese Weise soll der Verlust des Haustieres materiell ausgeglichen werden.

Umgangsrecht und Unterhalt für Haustiere

Regelungen bezüglich eines Umgangsrechts des anderen Ehegatten mit dem Haustier müssen privat vereinbart werden. Wird einem der Ehegatten der Hund zugesprochen, hat der andere keinen rechtlichen Anspruch darauf, den Hund zu sehen oder Zeit mit ihn zu verbringen (OLG Bamberg, Urteil v. 10.06.2013, Az.: 07 UF 103/03).

Ähnlich verhält es sich mit Unterhaltsansprüchen. Der Ehegatte, dem das Haustier zugesprochen wird, kann gegenüber dem anderen keine Unterhaltsansprüche geltend machen, sondern muss alleine für die mit der Tierhaltung verbundenen Kosten aufkommen.

Haustier in der Scheidungsfolgenvereinbarung

Einzig ein notariell beglaubigter Vertrag zwischen den Eheleuten, wie ein Ehevertrag oder eine Scheidungsfolgenvereinbarung kann mögliche Umgangszeiten oder Unterhaltsansprüche in Verbindung mit einem Haustier rechtsgültig machen. Da diese Entscheidung jedoch stets von einem Richter abgesegnet werden muss, empfiehlt es sich hierbei zuerst einen Anwalt zu konsultieren.

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