streitende Eltern und trauriges KindUnter einem Unterhaltstitel versteht man einen amtlich festgeschriebenen Titel (Jugendamt, Familiengericht), der zur Regelung des Kindesunterhalts dient. Dabei spielt das Sorgerecht und ob die Eltern miteinander verheiratet sind oder nicht, keine Rolle. Es geht lediglich darum, den Unterhalt für Minderjährige zu vereinbaren und amtlich festzuhalten. In der Regel muss der Vater Unterhalt für das Kind zahlen, so dass die Kindesmutter auf Antrag gegen ihn einen Unterhaltstitel erwirken kann. Natürlich ist auch die gegenseitige Konstellation möglich, wenn das Kind beim Vater lebt und die Mutter Kindesunterhalt leisten muss.

Dieses Dokument zum Unterhaltsanspruch verdient den Namen „Titel“, da es nur von einem Jugendamt ausgestellt werden kann oder per Urteil durch ein Gericht. Gleichzeitig kann er sofort vom Unterhaltsgläubiger vollstreckt werden, was für den Unterhaltspflichtigen ein höheres Risiko bedeutet, wenn er den Unterhalt einstellen sollte, da hier gleich die Zwangsvollstreckung drohen kann.

Statischer und dynamischer Unterhaltstitel

Bei einem statischen Unterhaltstitel wird ein fester Betrag vereinbart, den der Unterhaltspflichtige zahlen muss, bis eine Änderung vereinbart wird. Beim dynamischen Unterhaltstitel wird zwar auch ein Betrag vereinbart, im gleichen Zuge wird aber ausgemacht, dass sich der Unterhalt  (dynamisch) erhöht, sobald sich die grundlegenden Voraussetzungen verändern. So beispielsweise, wenn das Kind aufgrund des zunehmenden Alters in die höhere Altersstufe der Düsseldorfer Tabelle rutscht, womit auch der Anspruch auf einen höheren Kindesunterhalt einhergeht. Aber auch wenn die Werte der Unterhaltstabelle angepasst werden, weil sich z.B. das steuerliche Existenzminimum nach § 32 Abs. 6 EStG ändert, passen sich die Zahlungsbeträge automatisch an.

Unterhaltsberechnung – Höhe des Unterhalts

Zur Unterhaltsberechnung und Ermittlung der Höhe des zustehenden Unterhalts kann der Unterhaltsrechner genutzt werden. Die Berechnung basiert auf den aktuellen Regelungen des Unterhaltsrechts.

Abänderung und Abänderungsklage

Eine Abänderung der Höhe des Unterhaltstitels kann im Familienrecht nur gerichtlich, mit einem Rechtsanwalt durchgeführt werden. Dies macht beispielsweise Sinn, wenn sich das Einkommen des Unterhaltspflichtigen erheblich verändert, z.B. zehn Prozent und mehr. Hier muss dann die gerichtliche Hilfe beansprucht und eine Abänderungsklage nach § 323 ZPO durchgeführt werden.

Volljährige Kinder

Der Untarhaltstitel erlischt nicht automatisch bei Volljährigkeit der Kinder, zumindest dann nicht, wenn keine zeitliche Befristung festgelegt wurde. Aber ab Volljährigkeit treten aber grundsätzlich andere Verhältnisse ein, denn fortan muss sich der/ die Volljährige selbst um den Unterhalt kümmern und nicht der bis dahin betreuende Elternteil. Damit müssen weitere Unterhaltsansprüche des Kindes begründet werden – dies ist dann der Fall, wenn es sich noch in Ausbildung befindet. Darüber hinaus müssen nun auch die Einkünfte des anderen Elternteils offen gelegt werden, da nun beide barunterhaltspflichtig sind.

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