Die gesetzliche Rangfolge schreibt eine Reihenfolge für Unterhaltsverpflichtungen vor. Nach BGB § 1601 heißt es: „Verwandte in gerader Linie sind verpflichtet, einander Unterhalt zu gewähren“. Verwandte in gerader Linie sind Eltern, Kinder, Großeltern, Enkel, Urgroßeltern und Urenkel. Verwandte der Seitenlinie, z.B. Geschwister, müssen keinen Unterhalt für ihre anderen Geschwister zahlen.

Wer muss Unterhalt zahlen? Rangfolge der Unterhaltsverpflichteten

Wenn mehrere Verwandte der gleichen Linie für Unterhalt in Frage kommen, haften diese alle im selben Maße anteilig.

Das heißt, dass die Unterhaltskosten auf alle Verwandten der gleichen Linie gerecht (mit Rücksichtnahme auf Einkommensunterschiede) aufgeteilt werden. Auf unserer Seite Anteilige Geschwisterhaftung finden Sie eine Beispielrechnung. Die gesetzliche Rangfolge bestimmt, wer als erstes in die Unterhaltspflicht genommen werden kann, wenn ein enger Verwandter einen Unterhaltsanspruch geltend macht:

  1. Der Ehepartner oder Lebenspartner
    Ehepartner stehen in der Rangfolge der Unterhaltspflicht nach § 1609 BGB an erster Stelle. Der Ehegatte des Unterhaltsberechtigten haftet somit vor den eigenen Kindern mit seinem gesamten Einkommen und Vermögen.
  1. Die Kinder
    Eigene Kinder sind unterhaltspflichtig, sofern das Ehegatten Einkommen des bedürftigen Elternteils den Unterhaltsbedarf seines Ehepartners nicht deckt. Dann sind Einkommen und Vermögen der Kinder für einen Unterhaltsanspruch zu prüfen.

Mehr zum Thema Inanspruchnahme der Kinder finden Sie auf unserer Seite Unterhaltspflicht im Elternunterhalt.

Wem steht Unterhalt zu? Rangfolge der Unterhaltsberechtigten

Um konkurrierende Unterhaltsansprüche auszuschließen, schreibt das Gesetz (§ 1609 BGB) eine Reihenfolge vor, wonach Unterhaltsberechtigte in Bezug auf Unterhaltszahlungen Priorität gegenüber anderen Berechtigten haben:

  1. Minderjährige und volljährige Schulkinder bis 21 Jahre
  2. Kinder betreuender Elternteile sowie Ehegatten und Geschiedene langjähriger Ehen
  3. Ehegatten und Geschiedene früherer Ehen
  4. Sonstige volljährige Kinder
  5. Enkel und andere Abkömmlinge
  6. Eltern
  7. andere Verwandte der aufsteigenden Linie (Großeltern, Urgroßeltern etc.)

Was bedeutet die Rangfolge für Elternunterhalt?

Für den Elternunterhalt lässt sich aus dieser Rangfolge schließen, dass Kinder erst für die Zahlung für ihre eigenen Eltern beansprucht werden können, wenn keine anderen – der Rangfolge entsprechenden – offenen Unterhaltsansprüche gegen Sie offen sind. Andernfalls dürfen Kinder nicht in Regress genommen werden.

Weitere Informationen: Rangfolge im Unterhaltsrecht