Unterhaltstitel zur Festschreibung des Unterhaltsanspruchs

Unterhaltstitel erwirken

Um den Kindesunterhalt zu regeln dient der Unterhaltstitel. Er wird amtlich festgeschrieben und definiert den zu leistenden Unterhaltsbetrag. Dabei wird zwischen statischem und dynamischem Unterhaltstitel unterschieden. Geändert werden kann der Unterhaltstitel nur gerichtlich.


Das Wichtigste in Kürze

Was genau ist ein Unterhaltstitel?

Ein Unterhaltstitel ist ein amtliches Dokument, das den zu leistenden Kindesunterhalt regelt. Er kann gerichtlich sowie außergerichtlich erwirkt werden und sichert den Unterhaltsberechtigten in seinen Ansprüchen ab.

Ist es Pflicht einen Unterhaltstitel zu machen?

Es besteht keine Verpflichtung auf einen Unterhaltstitel, die Verpflichtung Kindesunterhalt an sein minderjähriges Kind zu leisten besteht aber! Mit dem Unterhaltstitel hat der Unterhaltsberechtigte die Möglichkeit sich gegenüber dem Unterhaltspflichtigen abzusichern, falls dieser plötzlich die Zahlung einstellen sollte.

Wie lange ist der Unterhaltstitel gültig?

Meist werden Unterhaltstitel bis zur Volljährigkeit des Kindes befristet. Nach Erreichen der Volljährigkeit muss das Kind sich um einen neuen Unterhaltstitel kümmern, sollten weiterhin Unterhaltsansprüche bestehen, bspw. wenn es sich in Ausbildung oder Studium befindet.

Definition

Unter einem Unterhaltstitel versteht man einen amtlich festgeschriebenen Titel (Jugendamt, Familiengericht), der zur Regelung des Kindesunterhalts dient.

Dabei spielt das Sorgerecht und ob die Eltern miteinander verheiratet sind oder nicht, keine Rolle. Es geht lediglich darum, den Unterhalt für Minderjährige zu vereinbaren und amtlich festzuhalten.

Funktion und Ausstellung

Das Dokument zum Unterhaltsanspruch verdient den Namen “Titel”, da es nur von einem Jugendamt ausgestellt werden kann im Falle einer außergerichtlichen Einigung (außergerichtlicher Unterhaltstitel) oder per Urteil durch ein Gericht (gerichtlicher Unterhaltstitel).

Er kann sofort vom Unterhaltsgläubiger vollstreckt werden, was für den Unterhaltspflichtigen ein höheres Risiko bedeutet, wenn er den Unterhalt einstellen sollte, da hier gleich die Zwangsvollstreckung drohen kann.

Gleichzeitig bietet der Unterhaltstitel dem Unterhaltsberechtigten eine Absicherung gegenüber Pflichtverletzungen durch den Unterhaltspflichtigen, da dieser staatliche Unterstützung ermöglicht.

Beispiel: Das gemeinsame Kind lebt bei der Mutter, diese hat dem Kindsvater gegenüber einen Unterhaltsanspruch und kann auf Antrag gegen ihn einen Unterhaltstitel erwirken. Der Vater stellt nach einiger Zeit plötzlich die Zahlung ein, woraufhin die Mutter den Unterhaltstitel zur Zwangsvollstreckung nutzt.

Weitere Informationen zum Unterhaltsanspruch generell und dem Kindesunterhalt wie bspw. für minderjährige Kinder sind unter Unterhaltsanspruch – Anspruch auf Unterhaltszahlung, Kindesunterhalt – Unterhalt für Kinder und Mindestunterhalt 2021 – Unterhalt für minderjährige Kinder zu finden.

Statischer und dynamischer Unterhaltstitel

Bei einem statischen Unterhaltstitel wird ein fester Betrag vereinbart, den der Unterhaltspflichtige zahlen muss, bis eine Änderung vereinbart wird.

Beim dynamischen Unterhaltstitel wird zwar auch ein Betrag vereinbart, im gleichen Zuge wird aber ausgemacht, dass sich der Unterhalt (dynamisch) erhöht, sobald sich die grundlegenden Voraussetzungen verändern. So beispielsweise, wenn das Kind aufgrund des zunehmenden Alters in die höhere Altersstufe der Düsseldorfer Tabelle rutscht, womit auch der Anspruch auf einen höheren Kindesunterhalt einhergeht. Aber auch wenn die Werte der Unterhaltstabelle angepasst werden, weil sich z.B. das steuerliche Existenzminimum nach § 32 Abs. 6 EStG ändert, passen sich die Zahlungsbeträge automatisch an.

Unterhaltsberechnung – Höhe des Unterhalts

Zur Unterhaltsberechnung und Ermittlung der Höhe des zustehenden Unterhalts kann der Unterhaltsrechner genutzt werden. Die Berechnung basiert auf den aktuellen Regelungen des Unterhaltsrechts und orientiert sich an der Düsseldorfer Tabelle.

Abänderung und Abänderungsklage

Eine Abänderung der Höhe des Unterhaltstitels kann im Familienrecht nur gerichtlich, mit einem Rechtsanwalt durchgeführt werden. Dies macht beispielsweise Sinn, wenn sich das Einkommen des Unterhaltspflichtigen erheblich verändert, z.B. zehn Prozent und mehr. Hier muss dann die gerichtliche Hilfe beansprucht und eine Abänderungsklage nach § 323 ZPO durchgeführt werden.

Mehr zum Thema Klagen im Unterhaltsrecht unter Abänderungsklage und Unterhaltsklage.

Volljährige Kinder

Der Unterhaltstitel erlischt nicht automatisch bei Volljährigkeit der Kinder, zumindest dann nicht, wenn keine zeitliche Befristung festgelegt wurde. Ab Volljährigkeit treten aber grundsätzlich andere Verhältnisse ein, denn fortan muss sich der/ die Volljährige selbst um den Unterhalt kümmern und nicht der bis dahin betreuende Elternteil.

Damit müssen weitere Unterhaltsansprüche des Kindes begründet werden – dies ist dann der Fall, wenn es sich noch in Ausbildung befindet. Darüber hinaus müssen nun auch die Einkünfte des anderen Elternteils offen gelegt werden, da nun beide barunterhaltspflichtig sind.

Weiterführende Informationen zum Unterhalt für volljährige Kinder in bspw. Ausbildung oder Studium unter Unterhalt für volljährige Kinder, Unterhalt für Kinder in Ausbildung und Unterhalt für Studenten.

Zuletzt aktualisiert: 25.06.2021

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