Das Umgangsrecht bezeichnet den Anspruch des Kindes mit seinen Eltern und bestimmten Dritten Zeit zu verbringen und besteht unabhängig vom Sorgerecht. Verweigert ein Elternteil einem Umgangsberechtigten den Kontakt zum Kind, kann dies rechtliche Konsequenzen haben.

Elternteil verweigert Umgang

Ein Elternteil darf dem anderen Elternteil den Umgang mit dem gemeinsamen Kind nicht einfach unbegründet verweigern. Verweigert beispielsweise eine Mutter dem Vater grundlos den Umgang oder Kontakt mit dem Kind, greift also in das Umgangsrecht des Vaters ein, kann dies zur Folge haben, dass das Aufenthaltsbestimmungsrecht der Mutter teilweise entzogen wird.

Ferner kann in solchen Fällen vom Jugendamt ein Umgangspfleger gestellt werden, der dafür sorgt, dass das Umgangsrecht des Vaters nicht durch die Mutter beeinträchtigt wird.

Loyalitätspflicht der Eltern

Zwischen den Eltern besteht gemäß § 1684 Abs. 2 BGB eine Loyalitätspflicht, wonach sie alles zu unterlassen haben, was die Beziehung des Kindes zum jeweils anderen Elternteil erschwert oder beeinträchtigt.

Lebt ein Kind beispielsweise bei seiner Mutter, die ständig schlecht über den umgangsberechtigten Vater redet, könnte dies bewirken, dass das Kind den Vater nicht mehr sehen will. Der Vater könnte den Vorfall dem Jugendamt melden und die Mutter müsste mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.

Umgangsrecht verweigern: Gründe

Das Umgangsrecht darf nur verweigert werden, wenn schwerwiegende Gründe vorhanden sind. Hierzu zählen u.a.:

  • Kindesmisshandlung
  • Kindesmissbrauch
  • schwere Verhaltensauffälligkeiten des Kindes nach Aufenthalt mit Umgangsberechtigtem
  • Entführungsgefahr
  • Drogen- und Alkoholmissbrauch des Umgangsberechtigten
  • Ansteckende Krankheiten
Wichtig: Das Umgangsrecht sollte nicht eigenmächtig verweigert werden, wenn keine Gefahr in Verzug ist. Eine Verweigerung des Umgangsrechts sollte immer mit dem Jugendamt als erste Beratungsstelle besprochen werden.

Kind verweigert Umgang mit Elternteil

Möchte ein Kind keinen Kontakt zu einem Elternteil, ist dies kein Grund für einen Entzug des Umgangsrecht. Der Anspruch auf Umgang des Elternteils bleibt dennoch bestehen, selbst wenn das Kind nicht möchte. In diesem Fall empfiehlt es sich als Bezugsperson positiv auf das Kind einzuwirken und den Kontakt mit dem Elternteil zu fördern.

In vielen Fällen stammt die Abneigung gegenüber einem Elternteil aus der Solidarität zu dem anderen Elternteil. In solchen Fällen sollte beide Eltern ihr Verhalten reflektieren und versuchen, ihr Kind aus der eventuellen Streitsituation mit dem anderen Elternteil herauszuhalten.

Strafe bei Verweigerung des Umgangs

Wird einem Umgangsberechtigten der Kontakt zum Kind unzureichend oder gar nicht begründet verweigert, kann dies rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Denkbar sind bei gültiger Umgangsvereinbarung ein Ordnungsgeld oder sogar Ordnungshaft.

Das Ordnungsgeld kann sich hierbei auf Summen zwischen 500 € (OLG Oldenburg, 28.07.2016, Az.: 13 WF 55/16) und 25.000 € (BGH, 19.02.2014, Az.: XII ZB 165/13) belaufen .

In manchen Fällen kann vom Jugendamt ein Umgangspfleger gestellt werden, der sicherstellt, dass das Umgangsrecht nicht etwa durch einen Elternteil beeinträchtigt.

Wird der Umgang kurzfristig verweigert, nachdem der Umgangsberechtigte bereits Kosten aufgewendet hatte, können sogar Schadenersatzansprüche geltend gemacht werden (OLG Köln, 04.07.2014, AZ.: 4 UF 22/13).

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