Eine Scheidung kann einige Komplikationen mit sich bringen, wenn der Ehepartner im Ausland lebt. Muss der Ehepartner trotz der großen Entfernung zum Scheidungstermin bei Gericht erscheinen? Werden die Scheidungsdokumente ins Ausland zugestellt?

Anwesenheit bei Scheidungstermin

Grundsätzlich herrscht gemäß § 128 Abs. 1 FamFG beim Scheidungstermin Anwesenheitspflicht. Wohnt einer der Partner jedoch in einem anderen Land, kann die Anhörung in der dortigen deutschen Botschaft stattfinden. Es besteht zudem die Möglichkeit, eine beglaubigte schriftliche Erklärung einzureichen, die dem Gericht den Zeitpunkt der Trennung und die Trennungsumstände glaubhaft macht. Auf diese Weise ist ein Erscheinen vor Gericht nicht notwendig.

Scheidungspapiere ins Ausland senden

Wenn einer der Ehepartner nicht in Deutschland lebt, müssen ihm Dokumente, wie z.B. der Scheidungsantrag, ins Ausland zugestellt werden. Der im Ausland lebende Partner kann jedoch in Deutschland einen Postbevollmächtigten ernennen, der die gerichtlichen Schreiben entgegennehmen darf. Dies kann z.B. ein Scheidungsanwalt sein. Eine Online-Scheidung würde das Verfahren in diesem Fall wesentlich beschleunigen, da hierbei die Korrespondenz zwischen Anwalt und Mandant vollständig auf dem Online-Weg erfolgt.

Scheidungspapiere: Übersetzung

Ist der Ehegatte der deutschen Sprache nicht mächtig, müssen die Dokumente außerdem auf seine Kosten in die jeweilige Sprache übersetzt werden. Dies kann das Verfahren erheblich in die Länge ziehen.

Zusätzlich werden beglaubigte Übersetzungen der Scheidungspapiere notwendig, um die deutsche Scheidung im Ausland anerkennen zu lassen. Diese kann man sich bei professionellen Übersetzungsfirmen in Deutschland in der jeweiligen Sprache ausstellen lassen.

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