Werden sich Eltern nicht einig, wenn es um den Hauptwohnsitz ihres Kindes oder andere Fragen des Aufenthaltsrechts geht, besteht die Möglichkeit des Rechtsweges.

Aufenthaltsbestimmungsrecht beantragen: Ablauf

Um das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu erhalten, muss dies entweder beim Familiengericht am Wohnort des Kindes beantragt oder eingeklagt werden. Dies erfolgt gemäß § 1671 Abs. 1 2. über einen Antrag bei Gericht, wobei keine Anwaltspflicht besteht. Das Gericht entscheidet dann anhand der folgenden Parameter darüber, was das Beste für das betreffende Kind ist:

  • Wünsche des Kindes
  • Erziehungskompetenzen der Elternteile
  • Alter des Kindes
  • Soziale Kontakte des Kindes

Verhandlung

Kommt es zu einer Gerichtsverhandlung, kann das Gericht sich vorbehalten, Zeugen zu laden und auch das betreffende Kind anzuhören. Bei einer mündlichen Verhandlung besteht im Weiteren Anwaltspflicht. Häufig wird bei der Entscheidungsfindung des Gerichts das Jugendamt zu Rate gezogen, wobei das Jugendamt selbst keine absolute Entscheidungsgewalt innehat, sondern lediglich als Beratungshilfe fungiert.

Wichtig: Grundsätzlich orientiert sich das Gericht bei seiner Entscheidung immer am Kindeswohlprinzip (§ 1697a BGB). Die Interessen und Vorlieben der Eltern treten hierbei in den Hintergrund.

Kosten

Die Kosten für Gericht und Anwalt bemessen sich am Streitwert. Der Streitwert in Sachen des Sorge- und Umgangsrechts beträgt gemäß § 45 Abs. 1 FamGKG 3.000 Euro. Rechtssuchende müssen also mit Verfahrenskosten in Höhe von rund 900 Euro rechnen. Hinzu kommen die Kosten für eventuelle richterliche Gutachten. Rechtssuchende mit kleinem Geldbeutel, haben die Möglichkeit Prozesskostenhilfe (PKH) zu beantragen.

Rechtsfolgen

Wird einem Elternteil das Aufenthaltsbestimmungsrecht aberkannt, heißt dies nicht, dass die übrigen Teilbereiche des Sorgerechts für den betreffenden Elternteil ebenfalls entfallen. Der Elternteil darf lediglich nicht mehr über kurz – oder längerfristigen Aufenthalt des Kindes verfügen, muss jedoch an den verbliebenen Bereichen des Sorgerechts beteiligt werden (BGH, Beschl. v. 04.06.2014 , Az.: XII ZB 353/13).

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