Düsseldorfer Tabelle 1962

Im Folgenden finden Sie die erste Düsseldorfer Tabelle aus dem Jahre 1962, mit Stand von März 1962. Besonders interessant ist, dass in der ersten Tabelle zum Einkommen auch Kommentare zum Berufsstatus sowie den Lebensverhältnissen angenommen wurden. Auch gab es eine Unterscheidung beim Kindesunterhalt – eine Gleichstellung von ehelichen und unehelichen Kindern gab es nicht. Zu der heutigen und aktuellen Düsseldorfer Tabelle sind kaum noch Parallelen vorhanden, ganz im Sinne der Gleichstellung von Kindern.

Original Düsseldorfer Tabelle 1962

maßebliche Lebensverhältnisse
(Vorstellung v.d. Einkommens-
verhältnissen des Unterhaltspflich-
tigen)
Kinder im Alter von … Lebensjahrenuneheliche
Kinder
Ehegatte
(i. Klammern
Selbstbehalt
d. Pflichtigen)
1–66–1010–1414-1818–2121–251–16
einfachste Verhältnisse (0-450)708510512518020085200
(220)
irgendwie ausgebildete Arbeitskräfte (400-700)759011013018020590220
(240)
Arbeitskräfte m. abgeschl. Ausb./ Lehre; selbst. Gewerbetreib. ohne bes. Ausbildung; Kleinbauern; untere Beamte u. Angestellte (600-800)8010012014018021095240
(275)
qual. Facharb. mit u. ohne abgeschl. Ausb.; unselbst. Handwerker mit gr. Befähigungsnachweis; selbst. Gewerbetrib. mit besond. Ausb.; mittlere Beamte u. Angestellte (700-1.000)90110130150180215100270-300
(300-400)
selbst. Handw.; Gewerbetr. und Bauern mit mittleren Betrieben; HTL-Ing.-Arch.; Lehrer; gehobene mittlere Beamte (900-1.400)100120140160190220110330-380
(350-450)
selbst. Handw.; Gewerbetr. und Bauern mit großen Betrieben; leit. Angest., Akademiker ohne bes. herausgeh. Stellg.; Großhändler; Künstler (1.300-2.000)110130150170200230120450-550
(480-600)
Direktoren mittl. Ind.-Betriebe; Rittergutsbesitz; Akademiker als Behördenleiter; Abt.-Leit., Klinik-u. Instituts-Chefs; ord. Professoren (1.800-3.000)120140160180220250130600-700
(650-800)
Inh. mittl. Ind.-Betr.; Führungskräfte d. Wirtsch. u. Minister als solche; Generaldir. d. Ind. (2.500-5.000)130150170190240280140800-1.000
(900-1.200)
besond. herausgeh. (prominente) Persönlichk.; Stars; Minister (4.000- 00)1401601802002603001501200-1500
(1.500-2.000)

Ein Blick in die Vergangenheit

In dieser oben genannten Form erschien die erste Düsseldorfer Tabelle in der Ausgabe Juli 1962 in der „Deutsche Richterzeitung“ auf Seite 251, mit dem Hinweis:

Unterhaltsrichtsätze
„Die nachstehende, vom LG Düsseldorf erarbeitete Tabelle über monatliche Unterhaltsrichtsätze nach Bürgerlichem Recht in DM nach dem Stande vom März 1962 wurde uns von OAR Dr. Lipsebitz, Düsseldorf, zur Verfügung gestellt. Sie wird von allgemeinem Interesse sein.“

Auch wenn manche Dinge der vor über 50 Jahren entstandenen Düsseldorfer Tabelle realitätsfremd erscheinen, so sind die Grundzüge bis zur heutigen, aktuellen Ausgabe erkennbar. Allerdings wäre es heute undenkbar, uneheliche Kinder beim Unterhalt schlechter zu stellen als eheliche, wie es in der ursprünglichen Ausgabe der Fall war. In der heutigen Zeit werden alle Kinder gleichgestellt, unabhängig ob ehelich oder unehelich und genau das ist gut so, denn Kinder haben keinen Einfluss auf ihre Eltern und schon gar nicht auf die Zeit vor ihrer Geburt. Auch wird der Unterhaltsbedarf heute nicht mehr nach dem Ausbildungs- bzw. Berufsstatus festgelegt sondern orientiert sich ausschließlich am unterhaltsrechtlich relevanten Einkommen.

Dennoch ist es interessant, wo die Ursprünge des heutigen Unterhaltsrechts liegen, weshalb der Blick in die alte Düsseldorfer Tabelle einen spannenden Blick in die vorherigen Generationen erlaubt.